Autor: Immolist Redaktion (Seite 1 von 1)

FACTCHECK: Nekane Domblás macht zur Demo Mallorca voll

Die Polit-Aktivistin Nekane Domblás, zur Zeit als Redakteurin bei „Ultima Hora“ tätig, wollte offenbar ihren Beitrag leisten: Pünktlich vor einer Demo von linken Gruppierungen in Palma de Mallorca gegen Tourismus, tippte sie noch schnell einen aufgeregten Text, der die richtige Stimmung zur Demo schaffen sollte.

Alles teurer, alles voller: Mallorca platzt aus allen Nähten!

So lautete jedenfalls die katastrophierende Überschrift von „Mallorca Magazin“, das die Texte von der Schwesterzeitung „Ultima Hora“ offenbar ungeprüft übernimmt.

Dass sie mit Zahlen und Tourismus intellektuelle Schwierigkeiten hat, bewies Nekane Domblás bereits mehrfach. Oder sie kann aus ideologischen Gründen einfach nicht anders. Nekane Domblás präsentierte zur Demo diesmal einen üppigen Zahlensalat, ohne dass nur ein Mal genannt wurde, vorher denn die Zahlen stammen (z.B. Statistikbehörde, grüne Partei, Würfel etc.).

Aber unterstellen wir mal, die Zahlen stimmen – dann hätte Nekane Domblás eigentlich dazu aufrufen müssen, die Demo abzusagen. Denn demnach gibt es weniger touristische Belastung als vor 20 Jahren.

Nekane Domblás berichtet, die Zahl der Touristen sei gegenüber 2005 deutlich gestiegen. Dann stellt sie erstaunt fest:

Paradoxerweise verbringen die Touristen weniger Zeit auf den Inseln. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist von 11,2 Tagen auf 6,38 Tage gesunken, was einem Rückgang von 43 Prozent entspricht. Das heißt, die Balearen empfangen viel mehr Besucher als früher, allerdings für eine kürzere Zeit, was zu einer höheren Fluktuation der Touristen und einem ständigen Druck auf Straßen, Strände, Naturräume und öffentliche Dienstleistungen führt.

Aha, die Aufenthaltsdauer hat sich fast halbiert. Könnte Nekane Domblás zumindest die Grundrechenarten, hätte sie wie folgt gerechnet:

  • 2005: 11,2 Tage durchschnittliche Aufenthaltsdauer × 11.600.000 Touristen = 129.920.000 Aufenthaltsstage pro Jahr → 355.945 Touristen pro Tag (129.920.000 / 365).
  •  2026: 6,38 Tage durchschnittliche Aufenthaltsdauer × 19.050.000 Touristen = 121.539.000 Aufenthaltsstage pro Jahr → 332.984 Touristen pro Tag (121.539.000 / 365).

Trotz 45 Millionen mehr Touristen pro Jahr ist die tägliche Belastung auf den Balearen um 22.961 Touristen gesunken (355.945 – 332.984). Die Behauptung, alles sei „voller“ als je zuvor, ist also faktisch falsch.  Oder anders gesagt: Die Insel hat nicht mehr, sondern weniger tägliche Touristenpräsenz als vor 20 Jahren.

Wieso Fluktuation nun zu mehr Druck auf Strände etc. führen soll, bleibt das Geheimnis von Nekane Domblás.  Möglicherweise glaubt sie, ein Tourist mit 6 Tagen Aufenthalt könnte 18 Tage lang an den Strand gehen.

FACTCHECK: Wie Nekane Domblás aus weniger Touristen einen neuen Rekord macht

Der größte Druck auf Mallorca herrscht derzeit offenbar in der Redaktion der Última Hora. Genauer gesagt: auf der Redakteurin . Es muss ein enormer, fast schon unmenschlicher Druck sein, unter dem die Journalistin dort steht – nämlich der Zwang, pünktlich zum Saisonstart die immer gleichen, maximal alarmierenden Aufreger-Themen in die Tasten zu hauen.

Völlig egal, ob die Realität da noch mitkommt oder die Substanz unterwegs komplett auf der Strecke bleibt.

Die Touristenzahlen, die Nekane Domblás nicht erwähnte

Ganz nach diesem bewährten Muster erschien am 3. Juni 2026 ein Text mit der gewohnt dramatischen Schlagzeile: Más gente que nunca en marzo: Baleares registra un nuevo récord de presión humana (Mehr Menschen als je zuvor im März: Die Balearen registrieren einen neuen Rekord beim Humandruck).

Klingt brachial. Klingt nach einer unkontrollierten Explosion der Urlauberzahlen, dramatisch bebildert mit vielen Touristen vor der Kathedrale. Und lässt vor allem eines komplett vermissen: jegliche journalistische Recherche zu den tatsächlichen Touristenzahlen, obwohl diese bereits auch für April 2026 schon vorlagen.

Dazu muss man wissen: der „Humandruck“ setzt sich zusammen aus Einwohnern und Touristen Hätte Nekane Domblás nur einen einzigen, ganz nüchternen Blick in die offiziellen Daten des Statistikinstituts Ibestat (Stand: 2. Juni 2026) geworfen, wäre das mühsam aufgebaute Märchen vom neuen „Tourismusboom“ im Frühjahr krachend in sich zusammengefallen.

Die Realität: Nullwachstum statt Rekordwelle

Schaut man sich das gesamte erste Drittel des Jahres an, bleibt von der vermeintlichen Massen-Invasion absolut nichts übrig. Die nackten Zahlen der Touristenankünfte zeigen im Jahresvergleich ein astreines Nullwachstum:

  • Januar bis April 2025: 2.467.900 Urlauber

  • Januar bis April 2026: 2.463.876 Urlauber

Das ist kein Boom, das ist mathematisch sogar ein leichtes Minus von rund 4.000 Gästen.

Drei von vier Monaten im dicken Minus

Wie man daraus eine neue Rekord-Hysterie stricken kann, bleibt das exklusive Geheimnis der Última Hora, die regelmäßig mit bizarrem Zahlenunsinn auffällt.  Wer die Daten des Ibestat nämlich nicht nur abschreibt, sondern auch versteht, merkt schnell: Das erste Tertial 2026 war ein statistischer Reinfall. Drei der ersten vier Monate lagen im Vergleich zum Vorjahr teils drastisch im Minus:

  • Januar 2026: Einbruch um -13,02 % (205.347 Touristen)

  • Februar 2026: Verlust von -6,28 % (302.144 Touristen)

  • April 2026: Rückgang um -0,78 % (1.344.456 Touristen)

Der Oster-Trugschluss

Dass die Insel in der Gesamtbilanz überhaupt noch auf dem Niveau von 2025 kratzt, liegt einzig und allein an einem massiven, aber völlig logischen Ausschlag im März. Dieser legte zwar scheinbar um +10,39 % (611.929 Touristen) zu – doch das ist kein neuer Trend, sondern schlicht dem Kalender geschuldet.

Im Gegensatz zum Vorjahr fielen die Osterfeiertage 2026 extrem früh auf Anfang April. Die gesamte, klassische Oster-Reisewelle hat sich dadurch schlichtweg vom April in den März vorverlegt.

Aber eine Schlagzeile über ein stabiles Nullwachstum klickt sich halt nicht so gut wie der vermeintliche Untergang durch den „Humandruck“ durch neue Touristenwellen, wie ihn Nekane Domblás beschwört.

Analyse: So haben sich deutsche Auswanderer auf Mallorca geändert

Die deutschen Auswanderer, die sich im Jahr 2025 auf Mallorca niederlassen, unterscheiden sich deutlich von früheren Generationen. Waren es früher oft Aussteiger der Unter- bis Mittelschicht, handelt es sich nun überwiegend um wohlhabende Personen.

Ein großer Anteil der Neuankömmlinge besteht laut Maklern aus Menschen in gut bezahlten Berufen, die dank Internet ortsunabhängig arbeiten können. Diese Gruppe ist oft zwischen 30 und 55 Jahre alt.

Digitale Nomaden und Selbstständige

Ebenfalls vertreten sind „digitale Nomaden“ Deutschland. Dazu gehören Coaches, Influencer, YouTuber und Kreative im Online-Marketing. Oft sind es jüngere Paare oder Familien, die ihre Kinder mit auf die Insel bringen. Auch Deutsche in der zweiten Lebenshälfte, die auf Mallorca etwas Neues zu beginnen wollen, beispielsweise als Coaches, gehören dazu.

Die finanziell Unabhängigen

Eine wachsende Gruppe sind Menschen, die finanziell so gut abgesichert sind, dass sie nicht mehr arbeiten müssen. Dies umfasst erfolgreiche ältere Unternehmer mit großem Vermögen sowie junge Unternehmer, die ihre Anteile verkauft haben. Auch Erben unterschiedlichen Alters sind in dieser Kategorie zu finden.

Motivationen und Lebensstil

Die Hauptmotivationen für die Auswanderung sind die Freizeitgestaltung, das Klima und die Suche nach mehr Lebensqualität. Viele schicken ihre Kinder auf internationale Privatschulen und bleiben innerhalb eines Kreises aus deutschsprachigen oder internationalen Auswanderern. Integration ist eher die Ausnahme, da die Insel es ermöglicht, auch ohne Spanischkenntnisse gut zurechtzukommen.