Grundlegende Mathematik? Marktforschung? Unwichtige Details, wenn es darum geht, einen dramatischen Artikel zu schreiben. Elena Ballestero präsentiert uns heute ein echtes Wunder der kreativen Ökonomie: Laut ihrem Artikel spielen Palma de Mallorca und Paris bereits in der gleichen Liga bei den Immobilienpreisen, aber mit dem „kleinen“ Unterschied, dass auf der Insel die Hälfte verdient wird. Eine erschreckende und perfekte Geschichte, um den Leser zu empören, gäbe es da nicht ein lästiges Detail: die Realität.
Erstens, die Gehälter: Eine Krankenschwester im IB-Salut in Palma verdient netto zwischen 2.000 und 2.500 Euro pro Monat (mit 14 Gehältern). In Paris verdient ein Krankenpfleger laut demselben Artikel netto zwischen 2.200 und 2.300 Euro. Das heißt, die Gehälter sind praktisch gleich, es gibt nicht diesen angeblichen „halben“ Unterschied, der wiederholt erwähnt wird.
Zweitens, die Wohnkosten: Marktdaten aus dem Jahr 2026 zeigen, dass der Quadratmeterpreis in Paris (Kauf: ~10.000 €/m², Miete: ~40 €/m²) ungefähr doppelt so hoch ist wie in Palma (Kauf: ~5.500 €/m², Miete: ~20 €/m²). Zu sagen, dass „die Wohnpreise die gleichen sind wie in Paris“, ist schlichtweg falsch.
Drittens, die Perspektive: Es ist auch bemerkenswert, dass jemand, der in einer kleinen Stadt im Burgund, etwa 340 Kilometer von Paris entfernt, lebt, so beiläufig über Pariser Preise spricht, als würde er sie persönlich erfahren. Elena Ballestero kann Paris natürlich als Referenz verwenden, aber es wäre ratsam, bei den Zahlen genau zu sein.
Die Wohnkrise auf Mallorca ist real und sehr ernst, und die Abwanderung von medizinischem Fachpersonal ist ein ernstes Problem, das volle Aufmerksamkeit verdient. Aber gerade deshalb sind Übertreibungen oder falsche Angaben nicht nötig: Die Realität ist bereits alarmierend genug, um sie nicht mit Vergleichen aufbauschen zu müssen, die nicht haltbar sind.