Immobilien Erbschaft: Das gilt auch auf Mallorca seit 2015

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Immobilien Erbschaft: Das gilt auch auf Mallorca seit 2015
Immobilien Erbschaft: Das gilt auch auf Mallorca seit 2015

Immobilien Erbschaft: Das gilt auch auf Mallorca seit 2015

6. Mai 2018
Redaktion Immolist

An den Todesfall denkt niemand gerne. Aber wer eine Immobilie auf Mallorca oder im Rest von Spanien hat, sollte sich vor allem im höheren Alter mit dem Thema Erbschaft beschäftigten, damit die Erben keine Nachteile erleiden. Denn nach der noch recht neuen EU-Erbrechtsverordnung gilt im Todesfall möglicherweise das dem Recht des Aufenthaltslandes – selbst wenn sie nach wie vor die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Seit wann diese Regelung gilt und was Sie tun können, damit sich Ihr Erbe dennoch nach deutschem Recht richtet, erläutert die ARAG Rechtsschutzversicherung. Es wird hier der Fokus auf Erbschaft einer Immobilie auf Mallorca gerichtet.

Was früher für die Immobilien-Erbschaft auf Mallorca galt

Früher richtete sich die Frage, welches nationale Erbrecht bei einem Todesfall mit Auslandsbezug anzuwenden ist, noch nach den sogenannten Kollisionsnormen des Internationalen Privatrechts (IPR). Das Problem dabei: Sie sehen in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ganz unterschiedlich aus. So stellten deutsche Nachlassgerichte in Erbfällen zum Beispiel auf die Staatsangehörigkeit ab.

Der Deutsche, der auf Mallorca lebte, wurde für sie also selbst dann noch nach deutschem Recht beerbt, wenn er schon vor zehn Jahren ausgewandert war. In anderen Ländern war stattdessen für das gesamte Erbe der letzte Wohnsitz des Erblassers entscheidend. Wiederum andere stellten für Immobilien auf das Recht des Ortes ab, wo diese sich befinden, für bewegliches Vermögen richtete sich das Erbrecht dagegen nach der Staatsangehörigkeit.

Konkret bedeutete das: Wegen der national verschiedenen Kollisionsnormen fanden mitunter in einem Erbfall mehrere Erbrechtsordnungen Anwendung – und das auch noch mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Seit 2015 gilt: Für das Erbschaftsrecht kommt es auf gewöhnlichen Aufenthalt an

Um solch komplizierte Fälle zu vermeiden, hat die EU im Jahr 2012 eine Erbrechtsverordnung (Nr. 650/2012) verabschiedet. Nach ihr „unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat“. Diese Regelung gilt für alle Erbfälle, die nach dem 17. August 2015 eingetreten sind.

Ab wann ein Aufenthalt auf Mallorca als „gewöhnlich“ gilt

Findet das ausländische Erbrecht schon dann Anwendung, wenn der jobbedingte Auslandsaufenthalt nur auf ein Jahr angelegt ist? Und wie sieht es mit denjenigen aus, die regelmäßig zwischen zwei Ländern pendeln? Die Vorschrift selbst sagt dazu nichts. Anhaltspunkte ergeben sich nur aus der einleitenden Begründung zur Verordnung. Dort heißt es, das zuständige Gericht solle die Lebensumstände des Erblassers in den Jahren vor seinem Tod und im Zeitpunkt des Todes beurteilen.

Dabei sollten vor allem die Dauer und die Regelmäßigkeit des Auslandsaufenthalts und die Gründe für diesen Berücksichtigung finden. Wer sich aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gründen in einem anderen Staat aufhalte, aber noch eine enge und feste Bindung zu seinem Herkunftsstaat habe, der könne seinen „gewöhnlichen Aufenthalt“ unter Umständen immer noch dort haben. Wie die Vorschrift im Einzelfall auszulegen ist, wird also die Rechtsprechung zeigen müssen. Wenn aber ein deutscher Rentner die letzten Jahre vollständig auf Mallorca verbracht hat, dann ist von einem gewöhnlichen Aufenthalt auf Mallorca auszugehen.

Im Testament das Erbrecht bestimmen

Kommt im Todesfall fremdes Erbrecht zur Anwendung, kann dies mitunter zu unliebsamen Überraschungen für die Angehörigen führen. So ist etwa das im deutschen Erbrecht geltende Pflichtteilsrecht einigen anderen Erbrechtsordnungen unbekannt. Auch die Beteiligung des Ehegatten am Erbe kann anders oder gar nicht geregelt sein. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen möchten, sollten Sie daher schon jetzt festlegen, dass im Todesfall das Recht des Staates gelten soll, dessen Staatsangehörigkeit Sie besitzen. Dieses Wahlrecht sieht die Verordnung ausdrücklich vor. Besitzen Sie mehrere Staatsangehörigkeiten, können Sie das Recht eines dieser Staaten wählen.

Ganz wichtig: Die Rechtswahl muss laut Verordnung zwingend in Testamentsform erfolgen. Die ARAG rät deshalb, sich bei einem Notar rechtzeitig beraten und gegebenenfalls ein Testament – oder einen Erbvertrag – aufsetzen zu lassen, in dem deutsches Erbrecht gewählt wird. Haben Sie bereits vor dem 17. August 2015 ein Testament errichtet, lassen Sie dieses auf seine Wirksamkeit im Hinblick auf die neuen Regelungen überprüfen, damit es bei der Erbschaft der Immobilie auf Mallorca keine bösen Überraschungen gibt.