Immobilienmarkt Nachrichten

Luxusmakler Mallorca gründen einen Verband

Die Balearen-Regierung will die Branche der Immobilienmakler auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln regulieren. Das hat zu einer ersten Konsequenz geführt: 14 große Makler aus dem Luxussegment haben auf Mallorca die Gründung eines eigenen Maklerverbandes für beschlossen, darunter Engel&Völkers, Minkner, Porta Mallorquina, First Mallorca, Sothebys’s Mallorca oder Balear House.

Über die Ziele des neues Maklerverbandes ABINI (Asociación Balear Inmobiliaria Nacional e Internacional) hat Hans Lenz, Managing Director bei Engel & Völkers Mallorca Southwest, Initiator und Präsident der Vereinigung, mit dem Immobilienmarkt-Experten Andreas Kunze gesprochen.

Was finden Sie gut an der geplanten Makler-Regulierung?

Als der Folge der geplanten Regulierung sind erstmals alle großen international tätigen Makler an einem Tisch zusammengekommen. Das allein ist schon mal positiv. Viele der geplanten Maßnahmen der Regierung sind es auch, etwa die Pflicht zu einer Versicherung, die für Beratungsfehler aufkommt; die Pflicht zu einer Büroadresse, das Register für alle hier tätigen Makler sowie eine Prüfung der Fachkunde. Das wird von den Gründungsmitgliedern voll und ganz unterstützt.

Was sehen Sie kritisch an der geplanten Regulierung?

Es sind noch keine Details bekannt. Deshalb ist es zu früh dafür, dazu Aussagen zu treffen. Es könnte aber durchaus Kritikpunkte geben, die wir dann als neuer Verband in der Gesetzgebungsphase ansprechen wollen, etwa wenn eine Prüfung für Makler nur in Katalan abgelegt werden könnte.

Welche Gefahren sehen Sie für deutsche Makler auf Mallorca?

Der schnelle Start in der Hoffnung auf das schnelle Geld wird unterbunden. Das ist gut so und entspricht Regelungen, die es sowohl auf dem spanischen Festland wie Katalonien als auch z.B. in Österreich oder Italien gibt. Für unsere Mitglieder als professionell organisierte Unternehmen bietet die Regulierung eher Chancen, da das Bild in der Öffentlichkeit nicht mehr von halbseidenen Handy-Maklern beeinträchtigt  wird.

Warum sind deutsche Makler nicht einfach bei den bestehenden spanischen Verbänden?

Es gab bislang wenig Berühungspunkte, da die Arbeit sich erheblich unterscheidet. Das fängt schon bei den Regionen an. Viele deutsche und internationale Makler sind eher im Südwesten tätig, während die typisch national tätigen Makler in Palma oder im Inselzentrum aktiv sind. Vor allem ist der Unterschied groß bei der Kundschaft: Die einen haben es überwiegend zu tun mit Nachfrage nach Zweitwohnsitzen, die anderen mit Nachfrage nach Erstwohnsitzen. Wir werden aber als neuer Verband einen guten Austausch mit den spanischen Verbänden anstreben,  die unser Respekt haben. Viele unsere Mitglieder sind schon seit Jahrzehnten hier tätig und fest verwurzelt im mallorquinischen Alltag.

Wer kann ABINI  angehören?

Die Statuten werden noch erstellt. Aber klar ist, dass zunächst alle Kriterien der künftigen Regulierung erfüllt sein müssen. In unsere Statuten werden wir voraussichtlich weitere Qualitätsmerkmale als Aufnahmevoraussetzung schaffen, etwa ein strenger Datenschutz und Maßnahmen gegen Geldwäsche.

Welche Aufgaben soll ABINI wahrnehmen?

In erster Linie soll unser neuer Verband eine Vertretung gegenüber der Regierung sein, darüber hinaus die Interessen der Mitglieder kommunizieren. Denkbar wäre, dass auch eigene Ausbildungsangebote hinzukommen. Aber das ist noch zu früh.

An welche Interessen denken Sie?

Unsere Mitglieder sind an einem langfristig gesundem Immobilienmarkt interessiert, was sich mit den Interessen von Immobilienbesitzern und auch denen der Regierung deckt. Wichtige Themen sind für uns die Perspektive des Immobilienmarktes auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln für die nächsten 10 bis 15 Jahre, etwa die beständig zunehmende Bevölkerung. Dazu gehört z.B., dass über die Freigabe von Bauland, optimierter Umgang mit den vorhandenen Ressourcen sowie die Dauer Baugenehmigungsverfahren gesprochen wird.

Wird die Regierung ABINI ernst nehmen und zuhören?

Das erste Feedback war sehr positiv. Direkt nach der Gründung haben wir den Kontakt mit der Regierung gesucht, und zwar mit dem Generaldirektor des Bauministeriums. Er hat uns unmittelbar geantwortet. Er hat sich, so seine Worte, über unsere Initiative sehr gefreut und uns herzlich willkommen geheißen. Ein erstes persönliches Treffen streben wir für den Jahresanfang an.


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